FAQ

Hier noch einige Antworten zu häufig gestellten Fragen mit freundlicher Genehmigung von BDSM Berlin e.V. abgeguckt

Was ist ein Stammtisch?

Ein Stammtisch ist ein Treffen von Sadomasochisten*innen an einem öffentlichen Ort, meist einem Restaurant, wo Neulinge zwanglos Kontakt zur Subkultur aufnehmen können.

Wer trifft sich da überhaupt?

Alle die Interesse am Thema SM haben, ob sie jetzt selbst solche Praktiken ausüben oder sich nur informieren wollen.

Kann man da einfach so hinkommen?

Selbstverständlich. Die Treffen finden in einem ganz normalen Lokal statt, um Schwellenängste soweit wie möglich zu verringern. Es gibt keine Trennung zu anderen Besuchern. In der Gruppe kann jeder, solange er will, anonym bleiben, und wir fragen auch niemanden über seine sexuellen Vorlieben aus.

Ich bin noch keine 18. Kann ich trotzdem teilnehmen?

Nein. Wir wissen, dass das Interesse an SM nicht erst mit dem 18. Lebensjahr erwacht, und viele von uns können sich an ein lebhaftes Interesse für das Thema aus der Pubertät und noch früher erinnern. Trotzdem wenden sich unsere Veranstaltungen derzeit alle nur an Volljährige. Solltest du unter 18. sein, wende dich doch an die SMJG.

Kann ich auch als Rollstuhlfahrer kommen?

Ja, die D-Vino Bar ist Rollstuhlgängig.

Wenn das so öffentlich ist – oute ich mich da nicht?

Der erste Schritt nach draußen ist nicht einfach; das größte Hindernis ist man allerdings meist selber. Einige Monate nach dem Coming-out stellt man dann fest, dass es dem Rest der Welt – und damit auch unseren Tischnachbarn in der Bar – herzlich egal ist, was man treibt und mit wem man sich dazu trifft. Die verbreitete Angst, beim Treffen zufällig Bekannten zu begegnen, ist schon statistisch eher unbegründet. Jemand, der selbst an SM Treffen teilnimmt, wird sowieso nicht auf die Idee kommen, sich später über die anderen Besucher lustig zu machen oder sie zu outen. Außerdem ist es auch keineswegs so, daß sich zu unseren Treffen nur zertifizierte SMler*innen einfinden – es kommen immer wieder mal mitgebrachte Freunde*innen, Bekannte und Verwandte. Deine Anwesenheit kann also auch ganz andere Gründe haben.

Ich habe einen exponierten Beruf und möchte auf gar keinen Fall geoutet werden.

Wir fragen niemanden aus. Wenn du dich Stefan nennst und in Wirklichkeit Andreas heißt, ist uns das herzlich egal. Sollte dich jemand im Rahmen des normalen Smalltalks danach fragen, was du beruflich machst, sag einfach, dass du das für dich behalten möchtest.

Gibt es einen „Dresscode“?

Nein. Wir würden es sogar begrüßen, wenn ein wenig Zurückhaltung bei der Kleidung geübt würde, um die Ängste von Neulingen („was sollen denn die Leute denken, wenn ich da an einem Tisch mit lauter exotisch aufgetakelten SMlern*innen sitze“) soweit wie möglich auszuräumen. Erfahrungsgemäß sind diese Ängste übrigens meist ganz unbegründet: der Rest der Welt denkt bei Lack-, Leder- und Latexkleidung keineswegs sofort an SM und kümmert sich ohnehin wenig darum, was wir tun und lassen.

Kann ich bei euren Treffen andere Leute kennenlernen und Erfahrungen austauschen?

Wir haben diese Treffen ins Leben gerufen, damit sich Leute einfach so treffen können – worüber auch immer sie reden wollen. BDSM ist ein weites Gebiet, und viele der Anwesenden haben mehr oder weniger praktische Erfahrung.

Muß ich mich anmelden?

Nein – komm einfach vorbei.

Und wenn ich den richtigen Tisch nicht finde?

Solltest du nicht sicher sein, wo wir sitzen, erkundige dich doch bitte an der Bar, man wird dir gerne weiter helfen.

Ich bin aber schüchtern … was werdet ihr von mir denken, wenn ich da die ganze Zeit schweigend rumsitze?

Dann denken wir uns, daß es uns fast allen genauso ergangen ist am Anfang – das ist kein Anzeichen für irgendeinen sozialen Defekt und gibt sich nach den ersten paar Treffen ganz von allein. Kein Grund zur Sorge.

Ich bin doch mit eurem Angebot bestimmt nicht gemeint.

Die meisten glauben anfangs, „diese Sadomasochisten*innen“ seien ganz, ganz andere Leute. Entweder hält man die eigenen Phantasien für viel zu harmlos und die „eigentlichen SMler*innen“, die man so aus der Nachmittagstalkshow kennt, für viel hartgesottener, oder man hält die eigenen Phantasien für unaussprechlich pervers und glaubt, damit selbst gestandene SMler*innen vergraulen zu können. Oder gleich beides. Diese Sorgen sind unbegründet. Wer sich auch nur im weitesten Sinne für das Thema BDSM interessiert, ist uns willkommen.

Seid ihr die Zürcher SM-Szene?

Nein. „Die SM-Szene“ gibt es genausowenig wie „die Vanilla-Szene“, „die Schwulenszene“ oder „die Hetero-Szene“. Die nichtkommerzielle SM Subkultur setzt sich aus den unterschiedlichsten Szenen zusammen, die sich nur stellenweise überschneiden.

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